Prüfung

Frage 1

Prüferin: Welche konkreten Handlungen müssen Sie als Apothekenleiterin bzw. Apothekenleiter bei einer behördlichen Überwachungsmaßnahme im Betäubungsmittelbereich grundsätzlich dulden und aktiv unterstützen?

Bei Überwachungsmaßnahmen im Betäubungsmittelverkehr besteht nach § 24 BtMG eine Mitwirkungspflicht: Betroffene haben die Maßnahmen der Überwachung zu dulden und die beauftragten Personen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben zu unterstützen.

Praktisch umfasst diese Unterstützung insbesondere:

  • die Stellen zu bezeichnen, an denen Betäubungsmittelverkehr stattfindet (z.B. Lager, Tresor, BtM-Arbeitsplatz)
  • umfriedete Grundstücke, Gebäude, Räume sowie Behälter und Behältnisse auf Verlangen zu öffnen
  • auf Verlangen Auskünfte zu erteilen
  • Einsicht in betäubungsmittelrelevante Unterlagen zu gewähren (z.B. Dokumentation, Lager-/Bestandsunterlagen)
  • die Entnahme von Proben zu ermöglichen (z.B. aus Lagerbeständen)

Kern ist also: Kontrolle nicht nur passiv hinnehmen, sondern aktiv ermöglichen, damit die Behörde die Überwachung nach §§ 22, 23 BtMG durchführen kann.

Examens-Tipp: Antworte in der Prüfung strukturiert in zwei Schritten: erst „Duldung + aktive Unterstützung“ als Grundsatz nennen, dann 3–5 typische Beispiele (Öffnen, Auskunft, Unterlagen, Proben). So zeigst du, dass du den Normzweck (effektive Überwachung) verstanden hast.

Frage 2

Prüferin: Unter welcher Voraussetzung dürfen Sie bei einer Kontrolle im Betäubungsmittelverkehr die Beantwortung einer Frage verweigern?

Die Pflicht zur Auskunft im Rahmen der Überwachung hat eine gesetzliche Grenze: Die Auskunft darf verweigert werden, wenn die Beantwortung den Auskunftspflichtigen selbst oder bestimmte nahe Angehörige der Gefahr strafgerichtlicher Verfolgung aussetzen würde.

§ 24 Abs. 2 BtMG stellt dabei auf Angehörige ab, wie sie in § 383 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 ZPO bezeichnet sind. Inhaltlich bedeutet das:

  • Es besteht grundsätzlich eine Auskunftspflicht im Kontrollverfahren.
  • Sie endet dort, wo durch die Antwort eine Selbstbelastung droht (oder eine Belastung enger Angehöriger).
  • In dieser Konstellation ist eine Auskunftsverweigerung zulässig.

Wichtig ist: Die Mitwirkungspflicht insgesamt bleibt bestehen; die Verweigerung betrifft nur solche Fragen, die zu einer strafrechtlichen Gefährdung führen können.

Examens-Tipp: Formuliere die Grenze möglichst nah am Gesetzeswortlaut: „Gefahr strafgerichtlicher Verfolgung“ für dich oder Angehörige nach § 383 ZPO. In der Prüfung wirkt das souverän und zeigt, dass du die Schutzrichtung (Selbstbelastungsschutz) sauber benennen kannst.

Frage 3

Prüferin: Wie würden Sie im Kontrollfall rechtlich begründen, dass Sie Unterlagen zum Betäubungsmittelverkehr vorlegen müssen?

Rechtliche Grundlage ist die Mitwirkungspflicht bei der Überwachung des Betäubungsmittelverkehrs: Nach § 24 BtMG sind die Beteiligten verpflichtet, die Überwachungsmaßnahmen zu dulden und die beauftragten Personen zu unterstützen.

Zur Unterstützung gehört ausdrücklich auch, dass auf Verlangen Einsicht in betäubungsmittelrelevante Unterlagen zu gewähren ist. Darunter fallen z.B. Dokumentationsunterlagen und Lager-/Bestandsnachweise, soweit sie den Betäubungsmittelverkehr betreffen.

Die Vorlagepflicht wird nur insoweit begrenzt, als durch Auskünfte (und in der Praxis ggf. durch den Inhalt bestimmter Angaben) eine Gefahr strafgerichtlicher Verfolgung für den Verpflichteten oder nahe Angehörige ausgelöst würde (§ 24 Abs. 2 BtMG). Grundsätzlich sind die Unterlagen aber zur Kontrolle bereitzuhalten und vorzulegen, damit die Behörde die Überwachung effektiv durchführen kann.

Examens-Tipp: In der mündlichen Prüfung kannst du punkten, indem du kurz den Zweck erwähnst: Die Unterlagen dienen der Nachvollziehbarkeit des BtM-Verkehrs und damit der staatlichen Kontrolle. Danach erst die wichtige Grenze über § 24 Abs. 2 BtMG nennen.

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