Prüfung

Frage 1

Prüferin: Unter welcher Voraussetzung darf die zuständige Behörde eine bereits erteilte Approbation als Apothekerin oder Apotheker wieder entziehen, wenn sich die persönliche Situation erst nach Beginn der Berufsausübung wesentlich verändert hat?

Ein Entzug kommt hier als Widerruf in Betracht. Nach § 7 BApO kann die Approbation widerrufen werden, wenn nachträglich eine der Voraussetzungen weggefallen ist, die für die Erteilung der Approbation zwingend vorliegen müssen. Zentral ist dabei der Fall, dass die in § 4 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 BApO geforderte Zuverlässigkeit später wegfällt.

Praktisch bedeutet das: War die Person bei Erteilung zuverlässig, verliert diese persönliche Zuverlässigkeit aber im Verlauf der Berufsausübung (z.B. durch schwere Straftaten, gravierende Verstöße gegen Berufspflichten oder eine relevante Suchterkrankung), kann die Approbationsbehörde die Approbation widerrufen, um die ordnungsgemäße Berufsausübung und den Schutz der Bevölkerung sicherzustellen.

Examens-Tipp: Antworte strukturiert mit „Widerruf bei nachträglichem Wegfall“ und nenne als Kernanker die Zuverlässigkeit nach § 4 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3. In der Prüfung punktest du, wenn du kurz erläuterst, dass die Zuverlässigkeit nicht nur bei Erteilung, sondern fortlaufend bestehen muss und typische Fallgruppen (Straftat/Berufspflichtverstoß/Sucht) benennst.

Frage 2

Prüferin: Worin liegt der entscheidende Unterschied zwischen dem Entzug einer Approbation wegen späterer Entwicklungen und dem Entzug, weil sich die Erteilung im Nachhinein als von Anfang an fehlerhaft herausstellt?

Der entscheidende Unterschied ist der zeitliche Bezug der fehlenden Voraussetzung:

  • Widerruf: Er betrifft Fälle, in denen eine Voraussetzung, die ursprünglich vorlag, nachträglich wegfällt. § 7 BApO nennt als typischen Anwendungsfall den späteren Wegfall der Voraussetzung aus § 4 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 BApO, also der Zuverlässigkeit.

  • Rücknahme: Sie betrifft Fälle, in denen eine Voraussetzung schon bei der Erteilung nicht vorlag, dies aber erst später bekannt wird. Nach § 7 Abs. 3 BApO kann insbesondere eine nach § 4 Abs. 2 oder 3 BApO erteilte Approbation zurückgenommen werden, wenn sich herausstellt, dass eine der nicht auf § 4 Abs. 1 Satz 1 bezogenen Voraussetzungen nicht vorgelegen hat (z.B. unrichtige Angaben im Verfahren, fehlende Voraussetzungen bei besonderen Erteilungstatbeständen).

Kurz: Widerruf = Wegfall „erst später“, Rücknahme = Fehler „von Anfang an“.

Examens-Tipp: Mach in der Prüfung sofort den Zeitpfeil auf: „bei Erteilung vorhanden vs. bei Erteilung nicht vorhanden“. Wenn du zusätzlich erwähnst, dass die Rücknahme besonders bei Approbationen nach § 4 Abs. 2/3 relevant wird (z.B. Konstellationen mit besonderen Erteilungsvoraussetzungen), wirkt die Abgrenzung sehr sicher.

Frage 3

Prüferin: In welcher Konstellation kommt es eher auf die Richtigkeit der Angaben und das Vorliegen von Voraussetzungen im Zeitpunkt der Erteilung an, obwohl die Approbation bereits erteilt wurde?

Das ist die typische Konstellation der Rücknahme. Nach § 7 Abs. 3 BApO kann eine Approbation, die nach § 4 Abs. 2 oder 3 BApO erteilt wurde, auch zurückgenommen werden, wenn sich nachträglich herausstellt, dass eine der Voraussetzungen, die nicht auf § 4 Abs. 1 Satz 1 bezogen sind, bei Erteilung tatsächlich nicht vorgelegen hat.

Der Fokus liegt also nicht auf einem späteren Wegfall, sondern darauf, dass die Approbation von Anfang an auf einer unzutreffenden Tatsachengrundlage beruhte (z.B. falsche Angaben zum Abschluss oder fehlende Voraussetzungen, die für die Erteilung nach § 4 Abs. 2/3 erforderlich gewesen wären).

Examens-Tipp: Wenn der Prüfer „im Nachhinein stellt sich heraus…“ sagt, ist das häufig ein Signal für Rücknahme. Formuliere dann klar: „Es geht nicht um nachträgliches Fehlverhalten, sondern um eine bereits bei Erteilung fehlende Voraussetzung.“

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