Prüfung

Frage 1

Prüferin: Welche rechtliche Bedeutung hat es für Apotheker:innen, Mitglied der zuständigen Heilberufskammer zu sein, wenn sie ihren Beruf in einem Bundesland ausüben wollen?

Die Mitgliedschaft in der zuständigen Heilberufskammer ist im jeweiligen Bundesland gesetzlich verpflichtend geregelt (durch die Kammer- und Heilberufsgesetze). Sie ist damit keine freiwillige Interessenvertretung, sondern Teil der öffentlich-rechtlichen Berufsorganisation.

Rechtlich bedeutet das für die Berufsausübung:

  • Die Kammermitgliedschaft ist Bedingung/Voraussetzung für die Berufsausübung im jeweiligen Bundesland.
  • Apotheker:innen müssen grundsätzlich Kammermitglied in dem Bundesland sein, in dem sie tätig sind.

Praktisch-rechtliche Folgen der Mitgliedschaft sind zudem, dass die Kammer typischerweise zentrale berufsbezogene Funktionen wahrnimmt, z. B. die Ausstellung/Organisation bestimmter berufsbezogener Nachweise (z. B. Weiterbildungsnachweise, Berufsausweise) und den Zugang zu kammergetragenen Einrichtungen (z. B. Versorgungseinrichtungen/Versorgungswerke).

Examens-Tipp: Strukturiere in der Prüfung kurz in „Rechtsnatur“ (öffentlich-rechtlich, Pflichtmitgliedschaft) und „Konsequenz“ (Voraussetzung der Berufsausübung im Land). Wenn du noch einen Satz ergänzen willst: Kammern stehen unter staatlicher Aufsicht – das grenzt sie sauber von Verbänden ab.

Frage 2

Prüferin: Woran erkennen Sie im Gesundheitswesen, dass eine Institution keine freiwillige Interessenvertretung, sondern Teil der berufsständischen Selbstverwaltung mit hoheitlichen Aufgaben ist?

Das erkennt man daran, dass es sich um eine Heilberufskammer handelt, die öffentlich-rechtlich organisiert ist, einer staatlichen Aufsicht untersteht und bei der die Mitgliedschaft für die Berufsangehörigen verpflichtend ist.

Entscheidend ist außerdem die Funktion: Die Kammer erfüllt neben der Interessenvertretung auch hoheitliche Aufgaben im Auftrag des Staates, insbesondere die Sicherung berufsrechtlicher und ethischer Standards sowie die Überwachung der Berufsausübung. Das unterscheidet sie von privat-rechtlichen, freiwilligen Zusammenschlüssen.

Examens-Tipp: Nenne als Abgrenzungsmerkmale drei Punkte: Pflichtmitgliedschaft, öffentlich-rechtlicher Status, staatliche Aufsicht. Das ist meist schon die halbe Miete; danach erst auf „hoheitliche Aufgaben“ eingehen.

Frage 3

Prüferin: Wie ist die „Doppelrolle“ der Heilberufskammern im deutschen Gesundheitswesen inhaltlich zu verstehen?

Die Doppelrolle besteht aus zwei Ebenen:

  • Interessenvertretung des Berufsstands: Die Kammer bündelt die beruflichen Anliegen ihrer Mitglieder und vertritt diese gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit.
  • Hoheitliche Aufgaben/Qualitätssicherung: Gleichzeitig nimmt die Kammer Aufgaben wahr, die ihr durch die Kammer- und Heilberufsgesetze übertragen werden, und sorgt dafür, dass Mitglieder die berufsrechtlichen und ethischen Standards einhalten (z. B. durch Regeln, Aufsicht und Verfahren).

Damit ist die Kammer nicht nur „Lobby“, sondern zugleich Instrument der berufsständischen Selbstverwaltung im öffentlichen Interesse.

Examens-Tipp: Sag klar: „Eine Stimme nach außen, Aufsicht nach innen.“ So merken Prüfer:innen sofort, dass du die Systematik verstanden hast.

Feedback

Melde Fehler oder Verbesserungsvorschläge zur aktuellen Seite über dieses Formular ❤️. Als Dankeschön verlosen wir nach dem 1. Staatsexamen 3x 50 € unter allen Teilnehmenden 💰. Jedes konstruktive Feedback erhöht deine Gewinnchancen. Es gelten unsere Teilnahmebedingungen.